Protokoll vom 15.08.2012

Teilnehmer: Wolfgang, Hans-Werner, Stefanie, Ulrike, Jan (Sarah macht „Studienreise“ in Uganda)

Ort: Gaußstr. bei Wolfgang

Vorstellung und Diskussion der einzelnen Kapitel EZ 0110

Kapitel 1

Entwicklungsdekaden (siehe ältere Protokolle bzw. div Seiten in diesem Wiki: http://janchiller.lima-city.de/Dokuwiki/doku.php

1960-1970: Investitionen, Wirtschaftsförderung und - Wachstum (in Exportindustrie, wenig Landwirtschaft), 1970-1980: BIP ging in vielen Ländern zurück, hohe Ölpreise mit negativen Auswirkungen auf Investitionen - Industrialisierung, Grundbedürfnisse der armen Bevölkerungsteile sind zu fördern, Dependenztheorie verliert an Bedeutung, neoklassische Sichtweise bedeutender 1980-1990: Ziel: BIP auf 7% steigern, Low developed countries und Armut nimmt weiter zu, Weltbank: SAPs 1990-2000: Wandel der Herangehensweisen, Entschuldung, etc.

Zusammenfassung: „Was waren die Fehler der letzten Jahrzehnte? Warum fand ein Wandel statt?“

  • Fokus auf wirtschaftliche Dimension (Denkansatz „Anstieg des BIP begünstigt alle Bevölkerungsschichten über Umverteilung („trickle-down-Effekt“)“ falsch)
  • Vernachlässigung anderer Problemfelder
  • LDCs stiegen stark an ()
  • Informationsdefizit wurde durch ernüchternde Daten ersetzt
  • Raubbau der Natur (Umweltschutz)
  • Zunehmende Dringlichkeit anderer Problemfelder (AIDS, Umweltprobleme, …)
  • Machtgewinn von NPOs und Civil Society
  • bitte ergänzen

Kapitel 2

Entwicklungstheorien: Z. B. Stufentheorie: Entwicklung schreitet langsam voran, Länder müssen die Stufen der wirtschaftlichen Entwciklung (Landswirtschaft, Industrie, Dienstleistung) Theorie des strukturellen Wandels (Vertreter: Lewis): Arbeitskräfte aus Landwirtschaft in Industrie abziehen (unter der Annahme, dass als Folge des Abgangs die Löhne der Arbeiter im Landwirtschaftsbereichs ansteigen). Wirtschaftssektoren sind verknüpft und ein Wandel geschieht durch „Umschichtung“ und Vernetzung. Kritik von Schultz: Negative Folgen auf Output des Agrarsektors durch Abwanderung von Arbeitern. Dualismustheorie: traditioneller Bereich ist langsam gewachsen, während der moderne Bereich importiert wurde/wird. So entstehen zwei konträre, unverbundene Strukturen.

Dependenztheorie (v.a. in den 1970ern; Vertreter: Myrdal): Länder sind Teil einer internationalen Struktur und unterliegen somit neben endogenen auch exogenen Problemen. Bestehende Ressourcenausbeutung und soziale Konflikte aufgrund der Kolonialisierung - politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten der Kolonien. Soziale Reformen und Institutionen müssen wachsen und gefestigt werden. Die Länder müssen nach Auffassung dieser Theorie ihre Struktur aufbauen (Reformen) und die Unabhängigkeit anstreben.

Neoklassische Theorie (in den 1980ern): Privatisierung öffentlicher Güter (Machtausgleich), Kritik an den Eingriffen des Staates in die Wirtschaft („Counterrevolution“)

Entwicklungstheorien: Ziel ist die Erklärung der Begründungszusammenhänge für Entwicklung, sie sind als „zielorientierte, strategische Handlungskonzepte“ zu verstehen.

2.4 Entwicklungsstrategien

  • Strategie des ausgewogenen Wachstums (50er/60er): Wenn alle Bereiche gleichermaßen wachsen findet automatisch eine Umverteilung („trickle-down-Effekt“) und gegenseitige Förderung statt. Kritik: Der Staat ist mit der Regulierung und Überwachung aller Bereiche überfordert. Optimale Investitionssequenz nicht feststellbar.
  • Strategie des unausgewogenen Wachstums Freier Markt reguliert sich selbst, Konsum und Produktion,
  • Importsubstitution vs. Exportdiversifizierung (Zusammenhang mit der Dependenztheorie erkennbar) Förderung und Ausbau der Binnenwirtschaft, Verarbeitung von Rohstoffen vor Export, Exportdiversifizierung bei starken Inlandsmärkten
  • Strategie zur Befriedigung von Grundbedürfnissen Massenarmut wurde in mehreren Dekaden nicht verringert. Fokus auf die Grundbedürfnisse mit dem Ziel dadurch Verbesserungen zu erzielen.
  • Redistribution-With-Growth-Strategie BIP erhöhen, effiziente Ressourcen-Allokation, Umverteilung/Einkommenstransfer zugunsten der armen Bevölkerungsschicht, Landreformen, etc.
  • Pro-Poor-Growth-Strategie Förderung „sozial inkludierender Wachstumsprozesse“

Zusammenfassung:

  • Entwicklungsdekaden waren auf wirtschaftlichen Wachstum ausgerichtet, jedoch hat die Armut nur in wenigen Ländern überhaupt abgenommen
  • Ungleichheit hat zugenommen
  • Bisherige Ansätze scheiterten
  • siehe auch: S. 31 EZ 110
  • Theorieansätze ex post
  • Nachhaltige Entwicklung: Lösungsorientierung, Begründung der Anforderungen zukünftiger Entwicklung

Kapitel 3

hauptsächlich die Inhalte der Agenda 21 (Teil I-III) - Ergänzung folgt…

Kapitel 4

Die drei Säulen nachhaltiger Entwicklung! Soziale / wirtschaftsliche Marktwirtschaft vs. Nachhaltige Marktwirtschaft

  • Bedürfnisse der zukünftigen Generationen sollen in gleichem Maß berücksichtigt werden
  • Gleichrangigkeit der drei Dimensionen

Ökologische Nachhaltigkeit: Zielt auf die Erhaltung der ökologischen Kapitals, Gefährdung durch Übernutzung, weshalb Handlungsregeln nötig sind. Dies bedeutet, dass eine intra- und intergenerationelle Verantwortung besteht. Aktuelle Situation ist unbefriedigend (irreversible Schädigung von Ökosystemen, z.B. Artensterben, Raubbau, etc.)

Ökonomische Nachhaltigkeit: Wachstum soll im Fokus stehen und durch Förderung von Technologien und Humankapital unter gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung. Nachhaltige Ressourcennutzung z. B. durch Regeneration, Substitution. Wachstum ist Voraussetzung für Entwicklung.

Soziale Nachhaltigkeit: gesellschaftlicher zusammenhalt, Kohäsionsfunktion, Humanität, Freiheit und Gerechtigkeit. Neue Institutionenökonomie mit formellen und informellen Normen, Transaktionskosten (Einhaltung/Nichteinhaltung von Normen sind an Kosten gekoppelt),

Komplementarität: Die Dimensionen Gegenseitige Ergänzung in der Art, dass sie nicht isoliert betrachtet werden können. Sozialkapital, wie Partizipation von NGOs/Civil Society kann Naturschutz fördern (Naturkapital). Investitionen in Natur/Sachkapital (z. B. Renaturierung von Flussbetten, Reinigung eines Sees, Naturschutzgebiete, etc.) fördert Sozialkapital

Kapitel 5

Wirtschaftstheorien zur Untermauerung / Erklärung der nachhaltigen Entwicklung Neoklassische Ökonomie vs. Ökol. Ökonomie  Schaubild S. 60 (schwache, ausgewogene, bzw. starke Nachhaltigkeit)

Schwache Nachhaltigkeit: Club of Rome - Grenzen der Wirtschaft (neoklassische Ökonomie  Wandel zu neoklassischer Umweltökonomie) Naturkapital ist substituierbar, Skalenerträge und technologischer Fortschritt, Notwendigkeit von Internalisierung externer Effekte (z. B. Steuern auf umweltbelastende Effekte nach dem Verursacherprinzip)

Starke Nachhaltigkeit / ökologische Ökonomie: Konflikt zw. Wachstum und Umwelt, Naturkapital – teilweise irreversibel (z. B: Artensterben) bzw. unter Verlust genutzt.

Ausgewogene Nachhaltigkeit:

Endogene Wachstumstheorie: Technischer Fortschritt = effizientere Nutzung, weniger Schaden, besser Recyclingfähigkeit, etc.

  1. additive Umwelttechnik, am Ende des Produktionsprozesses (Filter)
  2. Integrierte Umwelttechnik, oft höhere Investitionskosten, langfristig jedoch kostensparend (z. B. mehr Leistung bei gleichem Energieverbrauch, gleicher Verbrauch bei mehr Leistung)

Stichwort „Green Economy“ – Deutschland als starker Vertreter und Vorbild Rebound-Effekt: Zwar mehr Einsparung, jedoch steigende Produktion/Nachfrage

  • Gerechtigkeitstheorien zur Unterstützung des Leitbildes NE (inter/intragenerationelle Gerechtigkeit)
  • Individuum als Teil der Gesellschaft, etc.
  • Neoklassische Betrachtung / Utilitaritische Betrachtung = Gewinnmaximierung nicht tauglich für Leitbild NE
  • Liberaler Gerechtigkeitsansatz = Individuum als Teil einer Gesellschaft - individuelle Freiheit wird in der Gesellschaft verwirklicht …
  • Rawls: Gesellschaftsvertrag, alle Menschen besitzen generationenübergreifende Rechte und Pflichten,
  • Senn: Grundrechte und Verwriklichungschancen
  • Mayer/Meyer: Bürgerrechte blablabla
  • Philosophische Sichtweise –
  • Peet und Bossel – Partnerschaftsprinzip, gleichwertige Behandlung aller Menschen (intragenerationell UND intergenerationell) – Ökosysteme und zuk. Generationen haben eine Existenzrecht (Personifizierung der Natur) – in Ecuador ist die Natur als Person im Grundrecht verankert mit eigenen Rechten
  • Brown/Weiss: Verantwortung in Raum (intragenerationell) und Zeit (intergenerationell) Erbe muss gewährleistet werden Optionen und Zugang,

Nächstes Treffen, Mo, 18:30 in der Gaußstr.

Gedanken/Erinnerungen Jan…

Gerechtigkeitstheorien

  • Entropie
  • Organisation ist eine grundlegende Voraussetzung für Veränderung gesellschaftlicher Systeme
  • Raum ist begrenzt und damit die Ressourcen… Planet Erde
  • Die Ressourcen können nicht vermehrt, sondern nur anders genutzt oder umgewandelt, sowie teilw. substituiert werden.
  • Bildlich: Garten wird auf einem Acker angelegt und stückweise erweitert.
  • Kann man den Raum erweitern?
lerngruppe_treffen_vom_15.08.2012.txt · Zuletzt geändert: 2012/09/29 18:41 von 95.89.139.54
 
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