Teilnehmer: Wolfgang, Hans-Werner, Stefanie, Ulrike, Jan (Sarah macht „Studienreise“ in Uganda)
Ort: Gaußstr. bei Wolfgang
Entwicklungsdekaden (siehe ältere Protokolle bzw. div Seiten in diesem Wiki: http://janchiller.lima-city.de/Dokuwiki/doku.php
1960-1970: Investitionen, Wirtschaftsförderung und - Wachstum (in Exportindustrie, wenig Landwirtschaft), 1970-1980: BIP ging in vielen Ländern zurück, hohe Ölpreise mit negativen Auswirkungen auf Investitionen - Industrialisierung, Grundbedürfnisse der armen Bevölkerungsteile sind zu fördern, Dependenztheorie verliert an Bedeutung, neoklassische Sichtweise bedeutender 1980-1990: Ziel: BIP auf 7% steigern, Low developed countries und Armut nimmt weiter zu, Weltbank: SAPs 1990-2000: Wandel der Herangehensweisen, Entschuldung, etc.
Zusammenfassung: „Was waren die Fehler der letzten Jahrzehnte? Warum fand ein Wandel statt?“
Entwicklungstheorien: Z. B. Stufentheorie: Entwicklung schreitet langsam voran, Länder müssen die Stufen der wirtschaftlichen Entwciklung (Landswirtschaft, Industrie, Dienstleistung) Theorie des strukturellen Wandels (Vertreter: Lewis): Arbeitskräfte aus Landwirtschaft in Industrie abziehen (unter der Annahme, dass als Folge des Abgangs die Löhne der Arbeiter im Landwirtschaftsbereichs ansteigen). Wirtschaftssektoren sind verknüpft und ein Wandel geschieht durch „Umschichtung“ und Vernetzung. Kritik von Schultz: Negative Folgen auf Output des Agrarsektors durch Abwanderung von Arbeitern. Dualismustheorie: traditioneller Bereich ist langsam gewachsen, während der moderne Bereich importiert wurde/wird. So entstehen zwei konträre, unverbundene Strukturen.
Dependenztheorie (v.a. in den 1970ern; Vertreter: Myrdal): Länder sind Teil einer internationalen Struktur und unterliegen somit neben endogenen auch exogenen Problemen. Bestehende Ressourcenausbeutung und soziale Konflikte aufgrund der Kolonialisierung - politische und wirtschaftliche Abhängigkeiten der Kolonien. Soziale Reformen und Institutionen müssen wachsen und gefestigt werden. Die Länder müssen nach Auffassung dieser Theorie ihre Struktur aufbauen (Reformen) und die Unabhängigkeit anstreben.
Neoklassische Theorie (in den 1980ern): Privatisierung öffentlicher Güter (Machtausgleich), Kritik an den Eingriffen des Staates in die Wirtschaft („Counterrevolution“)
Entwicklungstheorien: Ziel ist die Erklärung der Begründungszusammenhänge für Entwicklung, sie sind als „zielorientierte, strategische Handlungskonzepte“ zu verstehen.
2.4 Entwicklungsstrategien
Zusammenfassung:
hauptsächlich die Inhalte der Agenda 21 (Teil I-III) - Ergänzung folgt…
Die drei Säulen nachhaltiger Entwicklung! Soziale / wirtschaftsliche Marktwirtschaft vs. Nachhaltige Marktwirtschaft
Ökologische Nachhaltigkeit: Zielt auf die Erhaltung der ökologischen Kapitals, Gefährdung durch Übernutzung, weshalb Handlungsregeln nötig sind. Dies bedeutet, dass eine intra- und intergenerationelle Verantwortung besteht. Aktuelle Situation ist unbefriedigend (irreversible Schädigung von Ökosystemen, z.B. Artensterben, Raubbau, etc.)
Ökonomische Nachhaltigkeit: Wachstum soll im Fokus stehen und durch Förderung von Technologien und Humankapital unter gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung. Nachhaltige Ressourcennutzung z. B. durch Regeneration, Substitution. Wachstum ist Voraussetzung für Entwicklung.
Soziale Nachhaltigkeit: gesellschaftlicher zusammenhalt, Kohäsionsfunktion, Humanität, Freiheit und Gerechtigkeit. Neue Institutionenökonomie mit formellen und informellen Normen, Transaktionskosten (Einhaltung/Nichteinhaltung von Normen sind an Kosten gekoppelt),
Komplementarität: Die Dimensionen Gegenseitige Ergänzung in der Art, dass sie nicht isoliert betrachtet werden können. Sozialkapital, wie Partizipation von NGOs/Civil Society kann Naturschutz fördern (Naturkapital). Investitionen in Natur/Sachkapital (z. B. Renaturierung von Flussbetten, Reinigung eines Sees, Naturschutzgebiete, etc.) fördert Sozialkapital
Wirtschaftstheorien zur Untermauerung / Erklärung der nachhaltigen Entwicklung Neoklassische Ökonomie vs. Ökol. Ökonomie Schaubild S. 60 (schwache, ausgewogene, bzw. starke Nachhaltigkeit)
Schwache Nachhaltigkeit: Club of Rome - Grenzen der Wirtschaft (neoklassische Ökonomie Wandel zu neoklassischer Umweltökonomie) Naturkapital ist substituierbar, Skalenerträge und technologischer Fortschritt, Notwendigkeit von Internalisierung externer Effekte (z. B. Steuern auf umweltbelastende Effekte nach dem Verursacherprinzip)
Starke Nachhaltigkeit / ökologische Ökonomie: Konflikt zw. Wachstum und Umwelt, Naturkapital – teilweise irreversibel (z. B: Artensterben) bzw. unter Verlust genutzt.
Ausgewogene Nachhaltigkeit:
Endogene Wachstumstheorie: Technischer Fortschritt = effizientere Nutzung, weniger Schaden, besser Recyclingfähigkeit, etc.
Stichwort „Green Economy“ – Deutschland als starker Vertreter und Vorbild Rebound-Effekt: Zwar mehr Einsparung, jedoch steigende Produktion/Nachfrage
Nächstes Treffen, Mo, 18:30 in der Gaußstr.
Gedanken/Erinnerungen Jan…
Gerechtigkeitstheorien