Teilnehmer: Hans-Werner Schwarz, Stefanie Flores, Ulrike Pfab-Holzheu, Wolfgang Pfeifer, Sarah Bast, Jan Schiller (Lale Albayrak entschuldigt)
Ort: Gaußstraße 39, 70193 Stuttgart
Hierbei stießen wir immer wieder auf begriffliche Unklarheiten, was zu interessanten Diskussionen führte. Einige Ergebnisse sind nachfolgend stichwortartig aufgeführt und können gerne für die Erarbeitung eines Fließtextes verwendet und ergänzt werden.
Entwicklung des Leitbildes nachhaltiger Entwicklung:
3. Dekade – „verlorenes Jahrzehnt“ –> Umdenken /Paradigmenwechsel
1987 - Brundtland-Kommission
1992 - Konkretisierung auf der Rio-Konferenz
Agenda 21 = konstitutiver Bestandteil des Leitbilds (Umsetzung)
Diskussion über Verständnis von Leitbild:
Leitbild „leitet“ Akteure mithilfe strategischer Ziele/Visionen an
klassische Definition der Brundtland-Kommission, vgl. EZ 0120, S. 9
Ergänzt durch die gleichrangigen und gleichgewichtige drei Dimensionen (Ökonomie, Ökologie, Soziales) - vgl. EZ 0110 Schlussfolgerung, S. 31
Agenda 21:
kooperatives, partizipatives und umfassendes Aktionsprogramm auf Grundlage des Leitbilds nachhaltiger Entwicklung
Handlungsrahmen und -Anweisungen für unterschiedliche Akteure (Regierung, NROs und sonstige gesellschaftliche Gruppierungen)
Aufforderung zur Gestaltung und Konkretisierung von Umsetzungsplänen und Maßnahmen, um den Problemen unterschiedlicher Handlungsfelder als Völkergemeinschaft zu begegnen, diese vorzubeugen, zu minimieren und lösen.
langfristige strategische Planung unter Berücksichtigung der 3 Dimensionen
etc.
Zielsetzung der Agenda 21:
Ergänzende Kritik:
Unklare Ziele, fehlen klarer Indikatoren (Messbarkeitsproblem!)
Verbindlichkeit (keine Konvention)
vielfältige Überschneidungen innerhalb der einzelnen Kapitel
Johannesburg: klarere Maßnahmenpakete und Verpflichtungen
Ökonomie
Wachstumstheorie –> Anstieg von Einkommen und Lebensstandard
Investitionen sollen effizientere (innovative) Strukturen ermöglichen (weniger Verbrauch, mehr Output, etc.)
Grenznutzen (Nutzen je zusätzliche Einheit nimmt ab, bzw. sinkt im Extremfall) soll maximiert werden (z.B. durch techn. Innovationen und Investionen
Wirtschaftlichkeitsprinzip (min. Input – max. Output)
Qualität vs. Quantität
Ökologie
Erhaltung des natürliches Kapitalstocks (Rohstoffe, biodiversität, …), bzw. von Ökosystemen, ohne die Resilienz (Fähigkeit des Systems den ursprünglichen Zustand selbst wiederherzustellen) zu gefährden.
ökologisches Gleichgewicht für zukünftige Generationen sichern, sodass diese ihre Bedürfnisse ebenfalls ausreichend stillen können (…)
Überlastungen entgegenwirken
Die soziale Dimension
Strukturen für soziale Gerechtigkeit (Ressourcenallokation wie Bildung, Zugang zu Gesundheits), sozialen Frieden und soziale Sicherheit (Grundbedürfnisse, Menschenrechte, …) anlegen, verankern und ggf. fortentwickeln
Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten gewährleisten (z. B. Wahlen, etc.)
Kulturerhaltung und -Weiterentwicklung
Diskussion über den Begriff der Komplementarität:
Bedingungszusammenhang zwischen den Dimensionen –> Änderungen eines Bereichs hat Auswirkungen auf andere Bereiche
-
Einbeziehung verschiedener Dimensionen nötig, um Veränderungen so zu gestalten und steuern, dass sie sich positiv auf das Gesamtsystem auswirken
Nachhaltigkeitsdimensionen sind miteinander komplementär verbunden (Wirkungsgefüge)
pro
Ökosystem ist Voraussetzung für Produktion von P + DL
globale zusammenhänge
irreversible Schäden verhindern
Wohlfahrt der Menschheit bedroht
Übernutzung ist Fakt (starke Nachhaltigkeit: keine Kompensation durch technische Alternativen)
DL-Bereich auf ökologischen Sektor
contra
Zurückstellung der sozialer Dimension
Megastädte
kostenintensiv (Folgekosten für Umweltprobleme)
Widerspruch zum Leitbild (Gleichberechtigung der Säulen)
Außerachtlassung der Komplementarität
teilw. sind andere Problembereiche größer und die Priorität anderer Dimensionen höher
schwachen Nachhaltigkeit: ökologische Ressourcen können durch Sachkapital kompensiert werden.
Unvollständig! ;)
Diskussion über Begriffsverständnis von „Institutionalisierung“ –> Implementierung in ein System (sowohl Akteure als auch notwendige Strukturen, Prozesse, Verfahren)
Schlüsselmerkmale für erfolgreiche Einführung von Nachhaltigkeitsstrategien
Regierungsunterstützung & Akteure (S. 23, S. 31 EZ 110) = ressortübergreifende, partizipative Umsetzung
unabhängige Steuerungsgruppe
gemeinsame Verankerung in verschiedenen Strategieebenen
Verfahrensregeln
Kommunikation und Informationen
Haushaltsplanung und Fristen
Bsp: England, Brasilien
Diskussion der Fragestellung:
Bezug: S. 27 ff, S. 39 (Schaubild + Text), BTI-Index im Anhang (mit Indikatoren)
Genannt werden könnten
Rechtsstaatlichkeit (Rechtssystem (Bsp: Guatemala – Morde werden zu über 95% nicht aufgeklärt)
Staatlichkeit (Struktur, Verwaltungsstrukturen , Verantwortung, Gewaltenteilung, Demokratie, Wahlen, …)
soziale Gerechtigkeit (Menschenrechte, …)
Marktwirtschaft (Transaktionskosten, Angebot und Nachfrage)
Ein Bezug zum Studienbrief, bzw. ein Vergleich mit den Kernthemen der Akteuren wie im Studienbrief aufgeführt, sollte durchgeführt werden!
Für das nächste Treffen (14.01.12):
Studienbrief EZ 0210 (Good Governance) durchgearbeitet und Einsendeaufgaben vorbereitet
Überblick über Civil Society, idealerweise Einsendeaufgaben dazu vorbereitet
Wolfgang bietet sein nettes Plätzchen auch für das nächsten Treffen an. Bitte eine Kleinigkeit zu futtern/trinken mitbringen.
N|EZ Lerngruppe 14.01.12, 9:00 Uhr
N|EZ Lerngruppe 29.01.12, 14:30 Uhr
N|EZ Lerngruppe 06.02.12, 18:00 Uhr
N|EZ Lerngruppe 13.02.12, 18:00 Uhr
Terminabstimmung: Doodle (dort bitte speichern nicht vergessen
)
TOP 1: Austausch zu den Einsendeaufgaben des Studienbrief EZ 210
TOP 2: Frage von Wolfgang zu Beispielen Good Governance in EL und angebotene Ausführung von Hans-Werner
TOP 3: ggf. Austausch zu den Einsendeaufgaben des Studienbrief EZ 220
TOP 4: Prüfung der Terminvereinbarung für nächste Treffen und weiteres Vorgehen